Wohngebäudeversicherung 1914

Der Wert 1914 wird herangezogen, um den Wert eines Gebäudes zu berechnen. Wichtig ist dies, um die passende Beitragshöhe für eine Wohngebäudeversicherung zu finden, damit keine sogenannte Unterversicherung entsteht. Um den Gebäudewert korrekt ermitteln zu können, wird der ein Einheitswert errechnet, den das Objekt im Jahr 1914 gehabt hätte. Natürlich sind im Vergleich mit damals die Preise erheblich gestiegen, weshalb zusätzlich der Anstieg der Baukosten mit einberechnet wird um die richtige Versicherungssumme zu finden.

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Wohngebäudeversicherung 1914: Wert zunächst in Mark berechnet

Wohngebäudeversicherung 1914

Dies richtige Versicherungssumme zu ermitteln, ist von erheblicher Bedeutung. Andernfalls kann der Versicherer im Schadensfall die Leistungen kürzen. Wie wird nun also die zu versichernde Summe korrekt ermittelt? Anhand den Angaben des Versicherten wird der (fiktive) Wert des Objektes im Jahr 1914 in Mark ermittelt. Mithilfe des Baupreisindex und gleitenden Neuwertfaktors wird anschließend der richtige Versicherungswert in Euro und auch die Prämie ermittelt.

Erfahren Sie hier mehr zu den Kosten einer Wohngebäudeversicherung. 

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Wichtig um sich ändernde Baukosten zu berücksichtigen

Bleibt die Frage: Warum ist diese Berechnung so wichtig? Wer heute ein Gebäude baut, zahlt dafür mehr als noch vor vierzig Jahren.. Kommt es also beispielsweise zum Totalschaden eines Gebäudes das 1970 gebaut wurde, möchte der Versicherte natürlich den heutigen Wiederaufbauwert ersetzt bekommen. Da dieser sich ständig verändert, wurde von der Versicherungswirtschaft ein Berechnungsverfahren entwickelt.

So kann man den Wert 1914 für das Jahr 2019 ermitteln

Dieses Verfahren arbeitet mit dem Gebäudeversicherungswert 1914 als Basis. Dieser wird vom Versicherer nach Angaben des Kunden ermittelt. Hierzu werden Angaben abgefragt über:

  • den Gebäudetyp
  • Ausstattungsmerkmale (beispielsweise Heizung, Böden, Fenster)
  • dazugehörige Bauten (zum Beispiel eine Garage) sowie
  • die Wohnfläche in Quadratmeter.

Aus diesen Informationen errechnet das Versicherungsunternehmen einen (fiktiven) Wert, welchen das Gebäude im Jahr 1914 gehabt hätte.

Baupreisindex ist nötig, um heutigen Wert zu berechnen

Auch kann ein Bauchsachverständiger hinzugezogen werden. Zudem ist es auch möglich, Versicherungswert 1914 selbst auszurechnen. Hierzu wird der Neubauwert in Euro durch den Baupreisindex geteilt und mit 100 multipliziert. Hier ein Überblick über die Werte der vergangenen Jahre:

  • 2010: 1199,6
  • 2011: 1230,4
  • 2012: 1230,4
  • 2013: 1263,0
  • 2014: 1289,4
  • 2015: 1310,3
  • 2016: 1330,7
  • 2017: 1358,3 (voraussichtlich)

Quelle: Statistisches Bundesamt

Wiederaufbauwert

Umgekehrt kann auch der Wiederaufbauwert aus dem Wert 1914 errechnet werden. Hierzu muss dieser mit dem Baupreisindex multipliziert werden und durch 100 geteilt werden. Die Formel lautet hierzu also:

  • Versicherungswert 1914 x Baupreisindex = Wiederaufbauwert

Wichtig für die folgenden Jahre

Dieser Wert spiegelt nicht den Kauf- oder Verkaufswert des Gebäudes wieder, da hierfür wichtige Aspekte wie Lage oder Grundstücksgröße nicht in die Berechnung mit einfließen. Mehr zu den Testergebnisse und weitere Anbieter auch auf diesem Beitrag zum Lesen, wenn Sie mögen.

Gleitender Neuwert

Um Gebäudewertsteigerungen in die Kalkulation der Prämien einzukalkulieren, wurde der gleitende Neuwertfaktor entwickelt. Dieser zeigt an, um wie viel ein Neubau heute teurer wäre als im Basisjahr 1914. In den gleitenden Neuwertfaktor fließen mit ein:

  • Baupreisindex: 80 Prozent sowie
  • Tariflohnindexänderung für das Baugewerbe: 20 Prozent

Dies ist nötig, da auch die steigenden Lohnkosten bei einem Wiederaufbau in die Rechnung miteinbezogen werden müssen.

Berechnung erfolgt durch GDV

Der gleitende Neuwertfaktor oder auch Anpassungsfaktor wird vom Gesamtverband der deutschen Versicherungsgesellschaft (GDV) ermittelt. Die berechnete Zahl stellt eine Empfehlung des GDV an seine Mitglieder dar, ist aber nicht bindend. Der Versicherungsvergleich zeigt jedoch, dass die meisten Unternehmen sich an diesen Wert halten und ihn nutzen, um ihre Prämie zu berechnen.

Die Formel dafür lautet: Prämie = (Wert 1914 x gleitender Neuwertfaktor x Prämiensatz) : 1000

Entwicklung Anpassngsfaktor

Wie sich der Anpassungsfaktor in den vergangenen Jahren im Durchschnitt entwickelt hat, kann diesem aktuellen Überblick entnommen werden:

  • 2010: 15,20
  • 2011: 15,40
  • 2012: 15,78
  • 2013: 16,08
  • Gleitender Neuwert 2014: 16,45

Wichtig

Während der Baupreisindex angibt, wie teuer der Bau einer Immobilie seit 1914 geworden ist, gibt der Anpassungsfaktor an, um wie viel teurer das Versichern seit diesem Zeitpunkt geworden ist.

Gebäudeversicherungswert 1914 mit Rechner ermitteln

Wer die verschiedenen Policen vergleichen will, um anschließend die beste Versicherung für das Gebäude zu finden, sollte den Gebäudeversicherungswert 1914 seines Hauses kennen. So fällt es leichter, die beste Wohngebäudeversicherung zu finden. Online Rechner können hier eine wertvolle Hilfe darstellen, da der Wert hier mithilfe weniger Eingaben leicht berechnet werden kann.

Umrechnen sollte lieber der Versicherer

Beim Abschluss des Vertrages sollten Versicherte aber auf Nummer sicher gehen und dem Versicherer selbst die Berechnung überlassen. Dies geschieht ganz bequem mittels Wertermittlungsbogen, den die Kunden einfach zuhause ausfüllen können. In dem Formular wird folgende Informationen abgefragt:

  • Gebäudetyp
  • Ausführung und Ausstattung
  • Quadratmeteranzahl
  • An- und Ausbauten
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Leistungen werden bei falschen Angaben gekürzt

Bei einer falschen Versicherungssumme kann das Versicherungsunternehmen die Leistungen für die Wohngebäudeversicherung nämlich entsprechend kürzen. Bei An- und Ausbauten sollte deshalb eine erneute Wertermittlung stattfinden, damit es nicht zu einer Unterversicherung kommt. Sonst bleiben Betroffene im Schadensfall selbst auf ihren Kosten sitzen. Wie und ob die Beiträge einer Wohngebäudeversicherung steuerlich abzusetzen sind, erfahren Sie auf diesem Beitrag. 

Rechenbeispiel Unterversicherung

Ein Beispiel zum besseren Verständnis: An einem Haus entsteht ein Schaden von 30.000 Euro. Das Gebäude ist mit einer Versicherungssumme 200.00 Euro versichert, der tatsächliche Neuwert zum Zeitpunkt des Schadens war aber 300.000 Euro. Das Haus war also nur zu 2/3 des tatsächlichen Werts versichert. Der Versicherer muss nach § 75 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) auch nur 2/3 des Schadens zahlen – in diesem Beispiel wären also 10.000 Euro vom Versicherten selbst zu tragen.

Achtung was ist in 2019 zu beachten

Auch wenn es wichtig ist, dass der Versicherungswert 1914 richtig festgesetzt wurde, lässt sich daraus keine Obergrenze zur Kostenübernahme im Schadensfall ableiten. Es muss der Neubauwert ersetzt werden. Der Versicherer darf keinesfalls anhand des Baupreisindex eine Schadenobergrenze hochrechnen.

Warum gerade dieses Jahr

Bleibt die Frage: Warum 1914? Was hat es auf sich mit diesem Jahr, das die Versicherung als Basis für ihre Berechnungen nehmen? Zum einen war es, im Gegensatz zu den Jahren darauf, ein Jahr in dem die Baupreise relativ konstant geblieben sind. Zudem sind die meisten Häuser in Deutschland nach diesem Jahr gebaut. Deshalb haben die Versicherungsunternehmen dieses Jahr als Referenzjahr festgesetzt.

Andere Tarife möglich – Neuwertversicherung

Es besteht ach die Möglichkeit einen Tarif abzuschließen, der nicht den gleitenden Neuwertfaktor einbezieht. Es kann beispielsweise auch eine Neuwert-Gebäudeversicherung abgeschlossen werden. Hier obliegt die korrekte Ermittlung der Versicherungssumme allein dem Versicherungsnehmer. Die Entwicklung der Baupreise muss also der Versicherte selbst verfolgen und die Summe gegebenenfalls anpassen.

Zeitwertversicherung kann in 2019 abgeschlossen werden

Auch eine Zeitwert-Gebäudeversicherung ist möglich. Hier werden Abzüge für Alter und Abnutzung vom Versicherer vorgenommen. Versichert ist hier also der aktuelle, nicht der Wiederaufbauwert. Zudem ist die maximale Entschädigung auf die Versicherungssumme begrenzt. Ratgeber im gebiet Finanzen und Versicherungen raten daher bei der Wohngebäudeversicherung eine gleitende Neuwertversicherung zu wählen.

Wohngebäudeversicherung 1914

Wer den Wert 1914 für die eigene Immobilie kennt, hat es sehr viel leichter die richtige Wohngebäudeversicherung zu finden. Der persönliche Vergleich ist um einiges einfacher, wenn man diesen Gebäudewert zur Hand hat. Mithilfe von Baupreisindex und Neuwertfaktor lassen sich zudem auch die passende Versicherungssumme ermitteln, der aktuelle Wert sowie die zu erwartende Versicherungsprämie berechnen.

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